Ein Projekt …

 
   

Der Liebfrauenberg verpflichtet sich, in seinen Räumlichkeiten Gruppen und Personen unterschiedlichster Horizonte aufzunehmen und dies unter Achtung ihrer Herkunft, ihrer Nationalität, ihrer Religion und ihrer Überzeugungen.
Durch die Unterkunft und die Verpflegung fördert das Zentrum die Begegnung mit dem anderen in einer Umgebung, in der jeder für eine außergewöhnliche Zeit aufgenommen wird.
Die Fortbildung, die Begegnung, die Entspannung und der Austausch unserer Ansichten erlauben den Gästen von dem Liebfrauenberg den Geist und die Werte des aktiven Protestantismus im Dienste unserer Gesellschaft zu entdecken.
Unter diesen Gesichtspunkten übernimmt der Liebfrauenberg eine neue Verpflichtung für eine dynamische Aufwertung seiner Thesen.

 
   
 

 
   
DIE THESEN DES LIEBFRAUENBERG

1. EINE STÄTTE DER KIRCHE :
Der Liebfrauenberg ist ein Begegnungs- und Bildungszentrum der Protestantischen Kirchen von Elsass und Lothringen. Er steht im Dienste der Kirche durch seine Annäherung an eine Gesellschaft, die gleichzeitig geprägt wird durch eine breite Säkularisierung und durch einen Hunger nach religiöser Orientierung.

2. EINE STÄTTE DES ZUHÖRENS UND DES DIALOGS :
Die Annäherung an die Welt geschieht auf dem Liebfrauenberg in einem unaufhörlichen Vorgang des Dialogs, in dem die Ansichten, die Erfahrungen und die Überzeugungen jedes Partners zum Ausdruck gebracht werden können.

3. EINE STÄTTE DER AUFGESCHLOSSENHEIT UND DES RESPEKTS :
Der Vorgang des Dialogs schließt grundsätzlich keinen Partner aus. Er geht von einem Überschreiten der Grenzen zwischen den sozialen, ökonomischen, kulturellen und politischen Schichten aus. Nach dem Brief des Paulus an die Galater, Kap. 3, Vers 28: „ Hier ist nicht Jude, noch Grieche, hier ist nicht Knecht noch Freier, hier ist nicht Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christus Jesus.“

4. EINE STÄTTE DES AUSDRUCKS :
In unserer Gesellschaft sind einige Beteiligte stumm, andere dagegen, obwohl mit der Sprache vertraut, sind manchmal in ihrem Ausdruck blockiert. Vertrauen, Austausch und Förderung des Verantwortungsgefühls auf dem Liebfrauenberg wollen vom Schweigen zum Reden bringen.

5. EINE STÄTTE DER GEGENÜBERSTELLUNG :
Die Hauptaufgabe von dem Liebfrauenberg besteht darin, Analysemöglichkeiten anzubieten. Mit Blick auf das Evangelium geschieht die Gegenüberstellung mit sozialen, ökonomischen, politischen und religiösen Problemen nicht nur auf intellektueller Ebene, sondern auch im Rahmen einer Anteilnahme am Leben und an praktischen Erfahrungen.

6. RECHT AUF EXPERIMENTIEREN UND ANFASSEN :
Jedes Überschreiten von Grenzen hin zu noch unbekannten Ideen anderer Personen setzt Experimentieren und Anfassen voraus. Der Liebfrauenberg fordert diese Freiheit.

7. EINE STÄTTE DER VERSÖHNUNG :
Durch seine Erfahrung des Dialogs erfüllt der Liebfrauenberg eine Verbindungsaufgabe und trägt dazu bei die Gerechtigkeit, den Frieden und die Wahrung der Schöpfung zu fördern. Dadurch wirkt er beim Mittleramt Christi mit.

Thesen abgefasst im März 1990